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Spaziergang mit Josef Seckinger

Spaziergang mit dem Bürgermeister von Niederkirchen, Josef Seckinger am 6. März 2019

Ich hole Josef Seckinger von seinem Dienstsitz, dem Rathaus ab. Zunächst zeigt er mir die Räumlichkeiten. Alles ist nüchtern und zweckmäßig eingerichtet. Das Rathaus ist nicht nur politischer sondern auch gesellschaftlicher Mittelpunkt der Gemeinde. Die Räumlichkeiten werden u.a. von der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr, dem Gesangsverein, der Krabbelgruppe und dem Gemeinderat genutzt werden. Im Hof liegt das gemeindeeigene Feuerwehrhaus. Aufgewachsen ist Josef Seckinger als Sohn eines Angestellten bei der Straßenbauverwaltung. Da seine Mutter aus Niederkirchen stammt, war schon immer eine enge Beziehung zur Nachbargemeinde vorhanden. Obwohl Josef Seckinger in materiell einfachen Verhältnissen aufwuchs, hat er nie das Gefühl gehabt, dass es ihm an irgendetwas mangelte. Eingebettet in sein familiäres und katholisches Umfeld hat er sich gestützt und gefördert gefühlt. Selbstverständlicher Bestandteil des Lebens war immer auch die Bewirtschaftung der familieneigenen Weinberge, in die bereits als Kind ganz selbstverständlich hineinwuchs.

Nach einer Feinmechaniker Lehre studierte er Maschinenbau an der Fachhochschule in Rüsselsheim. In dieser Zeit hat er bereits eine Familie gegründet. Seine Frau stammt ebenfalls aus Deidesheim. Nach dem Studium hat Josef Seckinger als Ingenieur für Gebäudetechnik in Karlsruhe gearbeitet und ist später an das Universitätsbauamt Heidelberg gewechselt. Dort ist er verantwortlich für die Durchführung von universitären Bauvorhaben.

Was bedeutet der Begriff Heimat für Sie?

„Heimat ist für mich da, wo ich glücklich sein kann, wo nette Menschen leben. Sie ist für mich nicht räumlich auf einen bestimmten Ort begrenzt.“  Dank seiner Frau hat sich die Familie dann für Niederkirchen als Wohnort entschieden.

Um die einzigartige Kulturlandschaft am Haardtrand zu erhalten, engagiert sich Josef Seckinger ehrenamtlich im Museum für Weinkultur in Deidesheim. Mit seinen vier Söhnen hat er in den letzten Jahren museumseigene Flächen frei gemäht, um die ursprüngliche Terrassierung wiederherzustellen. Das entsprechende Equipment ist vorhanden, da Josef Seckinger neben seinem Beruf stets die im Familienbesitz befindlichen Weinberge bewirtschaftet hat. Diese sind mittlerweile der Grundstock für ein eigenes Weingut, das seine Söhne bewirtschaften.

Seit wann sind Sie (politisch) engagiert und warum?

„Parteipolitisches Engagement hat in unserer Familie Tradition.“ Josef Seckingers Vater und auch der Großvater waren Mitglied in der CDU bzw. Zentrumspartei, dem Vorläufer der CDU. 

„Durch die Kriegs-Erzählungen meines Vaters und Großvaters weiß ich, wie wertvoll es ist, in Frieden und Freiheit zu leben. Jeder kann und sollte dazu seinen Beitrag leisten, damit es so bleibt. Für mich war es daher ein logischer Schritt in die CDU einzutreten. Seit dem Jahr 1995 bin ich Parteimitglied. Ich war damals allerdings familiär und beruflich so eingebunden, dass ich keine Zeit für ein politisches Amt aufbringen konnte.“ Als die Kinder älter wurden, kandidierte Josef Seckinger 2009 sofort als Bürgermeister und gewann die Wahl auf Anhieb, ohne vorher ein anderes politisches Amt ausgeübt zu haben! Er beschreibt seinen Führungsstil als ruhig und überlegt. Auch bei der kommenden Wahl möchte er, das die Bürger ihm wieder ihr Vertrauen schenken.

Wir gehen die Hauptstraße entlang und stehen vor dem gemeindeeigenen Kindergarten Das straßenseitige Haupthaus ist, ungewöhnlich für einen Kindergarten, sehr repräsentativ.

Was ist Ihnen wichtig für Niederkirchen? Was möchten Sie erreichen?

„Ich möchte, das Niederkirchen ein lebendiger Ort bleibt. Dazu muss er sich kontinuierlich weiterentwickeln.  Die erfolgreiche Ansiedlung von Gewerbebetrieben und die Bereitstellung von bezahlbaren Bauplätzen für junge Familien sind für mich von grundlegender Bedeutung. Weiteres Entwicklungspotential ist vorhanden. Die Straßenführungen sind bereits so angelegt, dass die vorgesehenen Flächen weiter ausgedehnt werden können.“

Grundlegende Bedeutung hat für ihn auch der gemeindeeigene Kindergarten. „Wir bieten den Eltern mit jüngeren Kindern seit vielen Jahren die volle Unterstützung an, damit sie Familie und Beruf vereinbaren können: Betreuung ab dem 1. Lebensjahr und einen Hort für die Grundschulkinder sind dafür die Voraussetzung. Im Kindergarten legen wir mit unserem Engagement den Grundstein für die Zukunft. Hier wachsen künftige Generationen auf. Ebenfalls sehr wichtig ist die Modernisierung unserer Grundschule. Damit setzen wir ein klares Signal für die Zukunftsfähigkeit unseres Ortes.“

Ein mittelfristig geplantes Bauprojekt „Barrierefreies Wohnen und Pflege“ soll älteren Mitbürgern den Verbleib in ihrem gewohnten Umfeld ermöglichen. „Mir ist wichtig, dass alle Generationen hier gut leben können.“

Bezahlbarer Wohnraum

Eine Besonderheit bei der Erschließung des Baugebietes in Niederkirchen ist, dass ein Großteil der Fläche der Gemeinde gehörte.  Josef Seckinger hat diesen Anteil durch Tausch und Zukauf auf etwa dreiviertel der Fläche steigern können. Dank moderater Baulandpreise können junge Familien im Ort wohnen bleiben. 

Mobilität (Verkehrsaufkommen, E-Mobilität, Parksituation)

Verkehrsberuhigung auf der Hauptstraße sieht Josef Seckinger als eine wichtige Aufgabe an, um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern zu gewährleisten. Der Straßenabschnitt vor dem Kindergarten soll, nach Absprache mit dem Landesverband Mobilität, (LBM) als Tempo 30-Zone ausgewiesen werden. Neue Straßen im Wohngebiet werden von vorneherein barrierefrei angelegt.

Durch den Ort führen schmale Wege für Fußgänger und Radfahrer abseits der Straßen. Dies kommt insbesondere den Kindern zugute.

Klimaschutz

Umwelt- bzw. Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit schließen sich für Josef Seckinger nicht aus, im Gegenteil: Nachhaltige Entwicklungen bieten Einsparpotentiale, die sich auch in wirtschaftlicher Hinsicht auszahlen. Als Beispiel nennt Josef Seckinger die Umstellung der Straßenbeleuchtung. „Unsere Gemeinde hat wirtschaftliche Vorteile, weil wir bspw. die Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen umgestellt haben. Wir sparen dadurch jährlich 34.000€ und zudem 29t Kohlendioxid ein.“

Außerdem begrüßt er die Bewirtschaftung vieler Weinbaubetriebe nach den EU-Richtlinien des ökologischen Landbaus, u.a. auch weil es zu geringeren Nitrateinträgen in das Grundwasser führt.

Gibt es ein ganz persönliches Lebensmotto?

Josef Seckinger muss bei dieser Frage kurz überlegen. Wir sind auf dem Weg in das neue Gewerbegebiet. Schließlich zitiert er Albert Einstein:

„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“

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