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Spaziergang mit Bernhard Klein

Spaziergang mit dem Forster Bürgermeister Bernhard Klein am 2. Februar 2019

Ich hole Bernhard Klein vor seinem Wohnhaus ab. Es liegt in direkter Nachbarschaft zum Mossbacherhof, seinem Elternhaus, im südlichen Teil des Orts.

Wir gehen am Hanselfingerhut-Brunnen, einem symbolträchtigen Wahrzeichen des Ortes, vorbei und stehen an der Trasse, die die Zuwegung zu dem geplanten Neubaugebiet werden soll – das aktuelle Projekt in Forst. 

Die Eltern von Bernhard Klein kommen ursprünglich nicht aus Forst. Seine Mutter ist in Nürnberg aufgewachsen.  Sie wurde von ihrer kinderlosen Großtante, Eigentümerin des Mossbacherhofs, nach dem 2. Weltkrieg adoptiert und später gemeinsam mit ihrem Mann mit der Fortführung des Weinguts betraut. Um sich die erforderlichen Fachkenntnisse anzueignen, besuchte Frau Klein die Weinbauschule. Dort lernte sie auch ihren Mann kennen, der aus einer Winzerfamilie in Hainfeld stammte.

Obwohl für Bernhard Klein eigentlich ein Leben als Winzer auf dem elterlichen Weingut vorgezeichnet schien, trotzte er dem Erwartungsdruck. Er entschied sich für ein Studium der Rechtswissenschaften. Dies führte ihn zunächst nach Mannheim, Bonn und zuletzt Freiburg.  Dort lernte er auch seine spätere Frau kennen. Nach dem Studium arbeitete er zunächst einige Zeit als Rechtsanwalt in Düsseldorf. Aber Bernhard Klein merkte, das er dort nicht so recht hinpasste. Es zog ihn wieder zurück nach Forst. „Forst hat mich gefunden und ich habe Forst gefunden. Wir gehören zusammen.“

Wir gehen durch das 20 Jahre alte Siedlungsgebiet im Osten und dann zur Trabergerhalle. Alles ist sehr gepflegt und wird von Ehrenamtlichen und einem Gemeindearbeiter betreut. Die Frau des Bürgermeisters organisiert ehrenamtlich die Nutzung für Vereine und gewerbliche Vermietungen. 

Was bedeutet der Begriff Heimat für Sie?

„Heimat ist für mich die Umgebung, die zu mir passt, in der ich Klarheit und innere Ruhe finde. Und - sie soll auch Fremden zur Heimat werden können.“  Er erklärt das Hanselfingerhut-Spiel, die Aufnahme in die Nationale Liste des Immateriellen Kulturerbes, die aktive Tätigkeit des Forster Brauchtumsvereins mit der jährlichen Organisation des Hanselfingerhut-Spiels, des Forster Kindertheaters und der Weinkerwe.

Wir überqueren die Umgehungstrasse und gehen durch die Wassergasse zum stilvoll restaurierten Winzerverein. Wir blicken vom Hof auf die 200 Jahre alten Eingangstore, und auf das dahinterliegende Empire Ensemble.

Der Weinbau und die Winzer und Weingüter haben den Ort zentral geprägt.  Das sieht man den Häusern an, das spiegelt sich in den Persönlichkeiten, in den Festen.

Seit wann sind Sie (politisch) engagiert und warum?

„Mir war schon damals bewusst: Ich möchte gestalten und mitentscheiden. Endlose Diskussionen am Küchentisch bringen niemanden etwas.“

Bernhard Klein ist bereits als Schüler in die Junge Union eingetreten und 1975 in die CDU. Er ist einer Zeit aufgewachsen, in der er und seine Mitschüler sich intensiv mit dem politischen Geschehen auseinandergesetzt haben. 

Wir gehen an der Weinstraße entlang in südlicher Richtung zu dem zentralen Platz in Forst.  Er wird umringt vom Kindergarten, dem alten Rathaus, dem ehemaligen Feuerwehrhaus und jetzigen Kindertheater sowie der Asylbewerber-Unterkunft. Dieser Ort symbolisiert Lebendigkeit. Die sich im Zeitablauf ändernden Rahmen­bedingungen ziehen veränderte Nutzungen der Gebäude nach sich und wirken deshalb eben nicht museal.

Was ist Ihnen wichtig für Forst?

Lebendigkeit ist mir wichtig. Forst soll ein lebendiges Dorf bleiben, in dem die Menschen gern leben und auch arbeiten können.“

Bernhard Klein ist stolz auf die historische Bausubstanz, besonders aus dem Barock und der Napoleonischen Zeit um 1800, auf die wirtschaftlich erfolgreichen Winzer und die engagierte Bürgerschaft. Das gute Miteinander zwischen den Generationen und zwischen Alteingesessenen und Neubürgern möchte er auch weiterhin fördern. „ Wir haben eine aktive Bürgerschaft und ein intaktes Vereinsleben. Wir bieten dazu Sportstätten und eine Mehrzweckhalle an. Seit kurzem ist im Alten Wachhäusl ein Raum für ortsansässige Vereine und Gruppen nutzbar.  Dort machen wir mit noch 2 Bauabschnitten jetzt weiter.“

Was möchten Sie als Bürgermeister erreichen?

„Um die Lebendigkeit und Zukunftsfähigkeit eines kleinen Ortes wie Forst zu erhalten, muss er sich weiter entwickeln können. Neue Einnahmequellen durch die Förderung des Tourismus zu schaffen, ist auch auf lange Sicht wichtig. Die stärkere Nutzung des Sportgeländes und der Bau eines Hotels am nördlichen Ortsausgang sind in diesem Zusammenhang wichtige Vorhaben. Dabei müssen die Ursprünglichkeit und der Charme des Ortes gewahrt bleiben.“

Bezahlbarer Wohnraum

Im Ort ist ein Neubaugebiet im Entstehen, das das alte 20 Jahre alte Baugebiet im Schnepfenflug im Südosten des Dorfes umschließt. Etwa 40 Bauplätze sind vorhanden, die demnächst bebaut werden können. Wichtig ist dem Bürgermeister, dass beim Verkauf der Grundstücke auch junge, ortsansässige Familien berücksichtigt werden. Die Gemeinde wird voraussichtlich dafür einige Grundstücke erwerben können.

Mobilität (Verkehrsaufkommen, E-Mobilität, Parksituation)

Um die Weinstraße, die zentral durch den alten Ortskern führt, zu entlasten, haben die Forster schon vor 40 Jahren eine Umgehungsstraße am östlichen Ortsrand gebaut. Diese Maßnahme hat die Ortsdurchfahrt deutlich entlastet.  Busse können in Höhe der Trabergerhalle halten und wenden. An der Trabergerhalle sind in kurzer Entfernung zum Ortskern ausreichend Parkflächen vorhanden. „Nur – sie müssen auch angenommen werden“, merkt Bernhard Klein an.  In der Trabergerhalle gibt es auch eine behindertengerechte Toilette, deren Zugänglichkeit verbessert werden soll.

Mobilität beinhaltet auch Barrierefreiheit. Eine behindertengerechte Sanitäranlage, eine geeignete Zuwegung und 1-2 Parkplätze sind auch am hinteren Teil des renovierten Alten Wachhäusels geplant.

Klimaschutz

Die energetische Sanierung der Trabergerhalle ist abgeschlossen. In den neuen Lampen auf dem Außengelände der Trabergerhalle und in den Straßenlaternen im Ort (außer im historischen Ortskern) sind energiesparende LED-Lampen angebracht.

Gibt es ein ganz persönliches Lebensmotto?

„Alles hat seine Zeit.“  Vorhaben tatkräftig, überlegt und ohne Hast umzusetzen entspricht in besonderem Maße dem Amtsverständnis des Bürgermeisters Bernhard Klein.

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