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Spaziergang mit Manfred Dörr

Spaziergang mit dem Bürgermeister der Stadt Deidesheim Manfred Dörr 09.01.2019

Ich hole Manfred Dörr, seit dem Jahr 2004 Bürgermeister der Stadt Deidesheim, vom Rathaus ab.

Als erstes gehen wir zur Grottenmauergasse und bleiben vor einem kleinen Altstadt-Häuschen, seinem Elternhaus, stehen. Hier ist er aufgewachsen. In direkter Nachbarschaft zu seinen Großeltern.

Sein Vater ist als kleines Kind mit seiner Familie von Niederkirchen nach Deidesheim in dieses winzige Altstadthäuschen gezogen. Zurückgekehrt aus dem Krieg, hat er zunächst als Küfer in der Winzergenossenschaft Deidesheim und später für die BASF gearbeitet. Seine Mutter, aus dem Westerwald stammend, hat durch eine hauswirtschaftliche Tätigkeit bei der alteingesessenen Weingutsfamilie Biffar ebenfalls zum Familieneinkommen beigetragen.

„Obwohl das Leben materiell sehr einfach war, habe ich nichts vermisst. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt in meinem Zuhause und in meiner Umgebung.“

Die Gasse war der Treffpunkt für alle. Hier spielten die Kinder und abends kamen die Erwachsenen zusammen und stellten Tische und Stühle auf. Ganz unkompliziert brachten die Nachbarn etwas zu essen und zu trinken mit. „Wir waren eine Gemeinschaft.“ Aufgrund seiner überdurchschnittlichen Schulleistungen durfte Manfred Dörr eine weiterführende Schule besuchen – damals eine Besonderheit für ein Arbeiterkind. „Ich habe früh gemerkt, dass mir nichts geschenkt wird und ich kämpfen muss, um etwas zu erreichen.“

Die Eltern hatten ihren Sohn zunächst am Leibniz-Gymnasium angemeldet. Als der Pfarrer davon hörte, überredete er die Eltern, ihren Sohn doch besser auf das altsprachliche Kurfürst-Rupprecht-Gymnasium zu schicken. Vielleicht würde dann ja auch ein Pfarrer aus ihm. Aber Manfred Dörr hatte andere Pläne. Durch seine Erfahrungen aus der Jugendarbeit in der Kolping-Familie und beim Sportverein wusste er, dass er mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollte. Deshalb entschied er sich für ein Lehramts-Studium in Landau.

Sein Lehrerberuf führte ihn unter anderem nach Weisenheim am Berg und Mannheim und später dann an die Realschule Plus in Deidesheim.

 

Was bedeutet der Begriff Heimat für Sie?

„Heimat ist da, wo meine Wurzeln sind.“ Deidesheim – anno 1395 auf der Prager Burg gegründet, ist Manfred Dörrs Lebensinhalt. „Für mich ist es eine besonders liebens- und lebenswerte Stadt, für die ich mich jeden Tag mit großer Leidenschaft einsetze. Hier fühle ich mich wohl, hier bin ich zu Haus. Hier finde ich alles, was mir in meinem Leben wichtig ist. Ich kenne die Menschen hier und ich mag diesen bodenständigen, offenen und ehrlichen Menschenschlag. Und auch die vom Weinbau geprägte Landschaft an der Mittelhaardt liebe ich.“ Obwohl Manfred Dörr einen anderen Beruf gewählt hat, fühlt er sich den Winzern eng verbunden. „Ich habe schon als Kind im elterlichen Weinberg mitgeholfen. Als Student habe ich in den Semesterferien auf dem Weingut Dr. Deinhard gearbeitet und damit mein Studium finanziert. Daher kenne ich den Arbeitsalltag der Winzer sehr gut.“

 

Seit wann sind Sie (politisch) engagiert und warum?

Bereits im Jahr 1974 wurde Manfred Dörr als Vertreter der Jungen Union in den Stadtrat gewählt. Seit dieser Zeit ist er ununterbrochen Mitglied im Stadtrat und hat nur ein einziges Mal krankheitsbedingt bei einer Sitzung gefehlt! „Ich habe schon als 19-Jähriger gemerkt, wie viel mir die Stadt und ihre Menschen bedeuten. Ich habe mich ehrenamtlich in der Jugendarbeit der Kolping-Familie engagiert und später auch in der Jungen Union. Meine Motivation war und ist es, Deidesheim zukunftsfähig und lebenswert für kommende Generationen zu gestalten. Es war immer mein Ziel, dass die Menschen gern in ihrer Stadt leben und hier eine wirtschaftliche Perspektive sehen.“

Was ist Ihnen wichtig an Deidesheim und was möchten Sie erreichen?

Ich sehe nach wie vor im Tourismus einen bedeutenden Stellenwert für Deidesheim. Bereits in der Schule habe ich ein Referat über die Bedeutung des Tourismus in unserer Region gehalten.
Ich freue mich besonders über unsere engagierten und erfolgreichen Jungwinzer, die hier mit neuer Begeisterung hervorragende Qualitäten erzeugen. Das war nicht immer so.  

Als Kind der Nachkriegszeit ist dem Bürgermeister ein starkes und friedliches Europa sehr wichtig. Durch die Städte-Partnerschaften u.a. mit Saint-Jean-de-Boiseau (Frankreich), Tihany (Ungarn) und Buochs (Schweiz) werden freundschaftliche Beziehungen zu den Nachbarländern gepflegt.  

Wir sind nun an dem großzügigen Gebäudekomplex des Bürgerspitals an der Weinstraße angekommen.
Seit nunmehr 525 Jahren existiert die Bürgerhospital-Stiftung, deren Vorsitz traditionell der Bürgermeister innehat. Damit verbunden ist die Aufgabe sie kontinuierlich weiter zu entwickeln. In Manfred Dörrs Amtszeit wurde in dem historischen Gebäude-Ensemble vor nicht allzu langer Zeit ein barrierefreies Hotel errichtet. Aktuell ist auch die Sanierung der Kapelle, bis auf Restarbeiten am Dach, abgeschlossen.

1) Bezahlbarer Wohnraum
„Wir haben in unserer Stadt den Schwerpunkt auf die Entwicklung im Innenbereich gelegt. Wir haben keine Leerstände und eine bedarfsdeckende gute Nahversorgung. Junge Menschen haben die alten Häuser ihrer Eltern oder Großeltern liebevoll renoviert und füllen diese mit Leben. Ich freue mich aber auch über die Neubürger, die gern in Deidesheim leben möchten.“
Bei der Entwicklung eines in Planung befindlichen östlichen Baugebietes möchte Manfred Dörr mit den Grundstücksbesitzern verhandeln. Gegenstand dieser Gespräche wird sein, dass auch Flächen an die Stadt abgetreten werden, auf denen dann bezahlbarer Wohnraum entstehen kann.

2) Mobilität (Verkehrsaufkommen, E-Mobilität, Parksituation)
Das Verkehrsaufkommen auf der Weinstraße, die sich als Haupt-Verkehrsachse durch den Ort zieht, ist hoch. Im Frühjahr möchte Manfred Dörr probeweise einen Elektro-Roller für Kurzstrecken nutzen. Wenn die Erfahrungen positiv ausfallen, kann er sich vorstellen, dass eine Ausleihstation in Bahnhofsnähe eingerichtet wird. Für Autos mit Elektromotor gibt es bereits eine Ladesäule am Hotel Kaisergarten.

3) Klimaschutz
„Wir haben schon im Jahr 2005 ein Klimaschutzkonzept zusammen mit der Gemeinde Niederkirchen erarbeitet. Wir haben dazu Informationsveranstaltungen sowohl für Privatleute als auch für die Verwaltung durchgeführt. Aktuell stehen bei uns die energetische Sanierung von städtischen Immobilien wie dem Kindergarten oder der Friedhofskapelle an.“ Außerdem hat Deidesheim den Waldrand an der Mittelhaardt nicht bebaut -eine wichtige Maßnahme sowohl für das Klima- als auch für den Naturschutz.

Lebensmotto
„Gebe das Beste an jedem Tag und mache das Beste aus jedem Tag“ ist Manfred Dörrs Leitspruch, der wieder das Kämpferische seiner Persönlichkeit widerspiegelt.   
Nun stehen wir auf dem Marktplatz, dem Herz von Deidesheim. Von seinem Dienstsitz möchte Manfred Dörr auch weiterhin darauf blicken können.  „Ich bin nach wie vor mit ganzem Herzen bei der Sache - ich kann mir daher eine weitere Amtszeit gut vorstellen.“

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